Von denen, die jetzt Regierungsverantwortung übernehmen wollen, geht die Mahnung aus, man habe nur noch diesen einen „Schuss frei“. Nun müssten endlich bürokratische Hürden abgebaut werden, die uns daran hindern, produktiv und fortschrittlich zu sein. Nun müssten die Sicherheit und die Wehrfähigkeit wieder hergestellt werden. Nun müsse Europa zu einem ernst zu nehmenden „Global Player“ aufgebaut werden.
So weit, so wahr. Und so schlecht, wenn diese Veränderungen mit den althergebrachten, abgenutzten Mitteln herbeigeführt werden sollen. Der erste Schritt zu Verbesserungen ist das Loslassen von eingeschliffenen Gewohnheiten und das Zulassen wirklich freier Gedanken. Solange die Regierenden an der Vorstellung festhalten, sie müssten in einer Legislaturperiode möglichst viel Geld ausgeben, um das Land und die Welt zu retten, so lange wird es keine fortschrittlichen Entwicklungen bei uns geben.
Die Regierenden erwirtschaften nicht das Bruttoinlandsprodukt. Die Regierenden sind nicht Forscher und Entwickler. Die Regierenden sind keine Künstler. Und die Regierenden sind nicht die besseren Umweltschützer oder Unternehmenslenker. Die Regierenden müssen sich auf das beschränken, was ihr Auftrag ist: den Rahmen zu setzen, in dem die Menschen frei denken und verantwortungsvoll handeln können. Den Raum zu schützen, in dem wir offen und kreativ unser gemeinsames Leben gestalten können. Barrieren abzubauen, die uns daran hindern, motiviert, zukunftsorientiert und wirkungsvoll zu sein. Das müssen die Regierenden bewerkstelligen, ohne dabei eitel, ineffektiv und ineffizient zu sein.
Leider lässt das Schachern um Milliarden von Schulden nichts Gutes erahnen. Statt 50 werden den „Grünen“ nun sogar 100 Milliarden Schulden für einen sogenannten Klimaschutz versprochen: was kostet die Welt! Dabei wird versäumt, über Qualitätsanforderungen zu sprechen. Nicht die Höhe der Ausgaben schafft Verbesserung, sondern der sinnvolle und nachhaltige Einsatz von Investitionen. Und darüber dürfen Politiker nicht allein entscheiden. Diese Verbesserungsmaßnahmen gehen uns alle an, zumal die Schulden von den Generationen nach uns beglichen werden müssen. Wenn unsere Kinder und Kindeskinder statt eines Gemeinwohls, das diese Bezeichnung verdient, nur Schulden und Probleme erben, dann haben wir uns nachhaltig versündigt, statt weitsichtig Zukunft gestaltet zu haben.