Fanatismus – Vorbote der Tyrannei

Sie haben eine Idee. Die Idee von einer besseren Welt. Einer Welt, in der das Klima geschont, die Umwelt geschützt und Menschenleben gerettet werden. Einer Welt, in der die Pflanzen pflanzlich, Tiere tierisch und Menschen menschlich sind. Oder Menschen tierisch, Tiere pflanzlich und Pflanzen menschlich?

Zumindest Menschen sollen sich in dieser Welt ihrem Gefühl gemäß bestimmen dürfen. Und alle anderen Menschen sollen diese Selbstbestimmung anerkennen – müssen!

Alle Menschen sollen sich nachhaltig verhalten – müssen!

 

Wobei das, was nachhaltig ist, von den Trägern der Idee bestimmt wird. Genauso wie das Selbst. Genauso wie die Welt. Die Welt, die besser ist. Davon sind sie überzeugt: dass ihre Welt die bessere ist! Dass ihre Überzeugung die richtige ist. Die einzig richtige! Und für das Richtige muss frau, man, divers doch kämpfen dürfen! Und das nicht Richtige verbieten können. Das Falsche vernichten.

 

Prompt wir das Falsche vernichtet. Frau, man, divers achte auf die Betonung!

 

Aber sie wissen ja, was falsch ist – wem eigentlich sei Dank? Gott? Ist ein Gott noch Bestandteil ihrer besseren Welt? Eine Allmacht, die die Pflanzen pflanzlich, die Tiere tierisch und den Menschen menschlich gemacht hat? Das wäre mindestens zu hinterfragen.

Aber Fragen gibt es nicht in ihrer Welt. Nur Antworten. Ihre Antworten. Selbst für Fragen, die niemand je gestellt hat.

Wer nicht fragt, bleibt dumm. Das kennt mensch noch aus der Sesamstraße. Es passt zu unserer Hybris, dass wir den Begriff „menschlich“ mit einer „edlen Gesinnung“ gleichsetzen. Dabei sind wir menschlich von Natur aus. Das ist weder gut noch schlecht. Was wir als gut und schlecht einordnen, das bestimmt die Mehrheit der Gesellschaft. Das ist Demokratie. Es muss nicht den Vorstellungen von selbsternannten „Moralexperten“ entsprechen.

Wenn allerdings eine Minderheit bestimmen will, was gut und schlecht ist, und wenn diese Minderheit die Überzeugung vertritt, ihre Festlegung von gut und schlecht sei die einzig richtige, und außer der einzig richtigen sei keine abweichende Festlegung zu dulden, dann nenne ich es Fanatismus. Und wenn die Mehrheit von einer Minderheit dazu gezwungen wird, das „einzig Richtige“ anzuerkennen und danach zu leben, dann nenne ich es Tyrannei.

 

Wehret den Anfängen.